Furosemid (Lasix): Ampulle 10 mg/ml (Standard 2 ml = 20 mg oder 4 ml = 40 mg) → unverdünnt, als Bolus i.v. über 1–2 min.
Urapidil (Ebrantil): Ampulle 25 mg/5 ml (= 5 mg/ml) → 12,5 mg = 2,5 ml unverdünnt, sehr langsam i.v. → 5 min Pause → RR messen → ggf. wiederholen.
Monitoren: RR alle 3 min, SpO₂ kontinuierlich, Atemfrequenz, Re-Auskultation nach 15 min. Urinmenge notieren!
02
💔
Akutes Koronarsyndrom (ACS) — STEMI / NSTEMI
STEMINSTEMIThoraxschmerz
🩺 Klinisches Bild
Retrosternaler Druck/Schmerz ("Stein auf der Brust"), Ausstrahlung in linken Arm oder Kiefer, kaltschweißig, Angst. Vegetative Begleitsymptome typisch.
🩺 Klinisches Bild
Palpitationen, HF ~150/min im EKG, unregelmäßige R-R-Intervalle, keine P-Wellen erkennbar. Patient hämodynamisch stabil (RR ausreichend).
Ziel: Frequenzkontrolle (HF auf 80–100/min bringen)
1. Wahl — keine HFrEF
Metoprololtartrat Beloc
2,5 – 5 mg i.v.
i.v. langsam
Monitor & RR engmaschig kontrollieren während der Injektion
Bei HFrEF / Herzinsuffizienz → Metoprolol kontraindiziert!
Amiodaron Cordarex
300 mg als Kurzinfusion
i.v. über 20–30 min
NUR in Glucose 5% (250 ml) mischen — NIEMALS in NaCl 0,9%! Ausfällung möglich.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Metoprolol (Beloc) i.v.: Ampulle 5 mg/5 ml (= 1 mg/ml) → 2,5–5 ml = 2,5–5 mg unverdünnt, sehr langsam i.v. (über 3–5 min). HF + RR dabei laufend am Monitor überwachen.
Amiodaron (Cordarex) bei HFrEF: Ampulle 150 mg/3 ml → 2 Ampullen (= 300 mg) in 250 ml G5% (NICHT NaCl!) → als Kurzinfusion über 20–30 min laufen lassen.
Amiodaron NIE in NaCl 0,9% → Ausfällung! Nur G5%!
Monitoren: EKG-Monitor (HF-Ziel 80–100/min), RR alle 5 min, auf Hypotonie achten. 12-Kanal-EKG nach Therapie dokumentieren.
04
🔴
Hypertensive Entgleisung (ohne Lungenödem)
RR >220/120Kopfschmerzen
🩺 Klinisches Bild
RR ~220/120 mmHg, Kopfschmerzen — aber keine neurologischen Ausfälle (Sprache und Motorik intakt → kein Stroke!), kein Lungenödem.
Ziel: RR langsam senken (nicht zu schnell → Ischämie-Risiko!)
🩺 Klinisches Bild
Schmerz lageabhängig oder atemabhängig (→ kein ACS-Verdacht), aber Patient leidet stark. Sichere Analgesie ohne Kreislaufkompromittierung.
Metamizol Novalgin
1 g in 100 ml NaCl 0,9%
Kurzinfusion über 15 min
Immer als Kurzinfusion über 15 min (nicht als Bolus!) → verhindert Blutdruckabfall.
Piritramid Dipidolor
3 – 7,5 mg i.v.
i.v. langsam
2. Wahl wenn Novalgin nicht ausreicht. Immer mit etwas NaCl verdünnen oder sehr langsam spritzen.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Metamizol (Novalgin) aufziehen: Ampulle 500 mg/ml (2 ml = 1 g) → 2 ml in 100 ml NaCl 0,9% → Kurzinfusion über 15 min. NIEMALS als Bolus!
Piritramid (Dipidolor) bei Bedarf: Ampulle 15 mg/2 ml (= 7,5 mg/ml) → für 3 mg = 0,4 ml auf 5 ml NaCl aufziehen → sehr langsam i.v. BtM-Protokoll!
Nur bei Atemnot oder Schock! In den anterolateralen Oberschenkel (mittleres Drittel). Kein i.v. Adrenalin ohne Monitor!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Dimetinden (Fenistil) i.v.: Ampulle 1 mg/ml (4 ml = 4 mg) → 4 ml unverdünnt oder in 10 ml NaCl, langsam i.v. Alternativ Clemastin (Tavegil) 1 Amp.
Prednisolon 250 mg i.v.: Trockensubstanz-Ampulle → mit beigefügtem Lösungsmittel auflösen → als Bolus i.v.
Adrenalin (Suprarenin) i.m. bei Schock/Atemnot: Ampulle 1 mg/ml → 0,5 ml = 0,5 mg mit langer Nadel (mind. 25 mm) in den anterolateralen Oberschenkel i.m.
Adrenalin i.v. NUR bei Reanimation, NICHT als Erstmaßnahme bei Anaphylaxie (sonst Kammerflimmern-Risiko)!
Monitoren: RR + HF kontinuierlich, SpO₂, auf Biphasic reaction achten (Symptome nach 1–8 h wieder möglich) → Patient 24 h beobachten!
07
📉
Symptomatische Bradykardie (z.B. AV-Block III)
HF <40/minSynkopeSchwindel
🩺 Klinisches Bild
Schwäche, Schwindel, Sehstörungen oder Synkope. HF 30–35/min im EKG, niedriger Blutdruck. AV-Block III: P-Wellen und QRS-Komplexe laufen unabhängig voneinander.
Ziel: Kreislauf stabilisieren bis Schrittmacher (Pacer) implantiert wird
Atropin
0,5 – 1 mg i.v.
i.v. alle 3–5 min
Maximaldosis: 3 mg gesamt
Beim AV-Block III wirkt Atropin oft nicht (infranodaler Block) → direkt an Adrenalin denken!
Adrenalin Suprarenin — Perfusor
2 – 10 µg/min Perfusor
i.v. Perfusor, titrieren
Dosis nach HF und RR titrieren. Bis Schrittmacher verfügbar.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Atropin aufziehen: Ampulle 0,5 mg/ml (1 ml) → 1 ml = 0,5 mg unverdünnt als schnellen Bolus i.v. Nach 3–5 min wiederholen. Max. 3 mg gesamt.
Bei AV-Block III: Atropin wirkt oft nicht (infranodaler Block) → direkt zum Adrenalin-Perfusor!
Adrenalin-Perfusor bei Atropin-Versagen:1 mg Adrenalin (1 ml Suprarenin 1 mg/ml) in 49 ml NaCl → Perfusor, Start mit 2–5 µg/min = 6–15 ml/h. Nach HF titrieren.
Bei Asystolie/PEA: direkt nach Zugang → dann alle 3–5 min wiederholen
Schockbarer Rhythmus (VF / pVT) — nach dem 3. Schock
Adrenalin Suprarenin
1 mg i.v. Bolus
i.v. nach 3. Schock
Amiodaron Cordarex
300 mg i.v. schneller Bolus
i.v. direkt nach 3. Schock
Bei Reanimation: Amiodaron als schnellen Bolus direkt i.v. (keine Kurzinfusion!) + 150 mg nach 5. Schock möglich.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
CPR sofort! 30 Kompressionen : 2 Beatmungen (oder kontinuierlich bei Tubus). Qualität: 5–6 cm tief, 100–120/min.
Adrenalin (Suprarenin) 1 mg: Ampulle 1 mg/1 ml → unverdünnt als schnellen Bolus i.v. → sofort 20 ml NaCl-Flush + Arm hochhalten. Bei Asystolie/PEA: sofort nach Zugang. Bei VF/pVT: nach 3. Schock.
Amiodaron (Cordarex) 300 mg bei VF: 2 Ampullen à 150 mg (3 ml) → unverdünnt als schnellen Bolus i.v. (NICHT als Kurzinfusion bei Reanimation!) → sofort 20 ml NaCl-Flush.
Adrenalin alle 3–5 min wiederholen (= nach jedem 2. Zyklus). 4H/4T nicht vergessen (Hypovolämie, Hypoxie, Hyper-/Hypokaliämie, Hypothermie, Thrombose, Tamponade, Tension, Toxin).
Monitoren: EKG-Rhythmus bei jeder Pause (max. 2 sec), etCO₂ wenn verfügbar (Ziel >10 mmHg = gute CPR). Teamrollen klar verteilen!
Instabil (RR <90 mmHg / Schock)? → Thrombolyse mit Alteplase (Actilyse) — Entscheidung durch Oberarzt! Actilyse vorbereiten.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
O₂ bei SpO₂ <90% → Nasensonde 2–4 L/min oder Maske.
UFH Bolus berechnen: 80 IE/kg KG → Beispiel 75 kg = 6.000 IE. Standard-Amp 5.000 IE/ml → 6.000 IE = 1,2 ml unverdünnt i.v. als Bolus. Dann Perfusor: 18 IE/kg/h (75 kg = 1.350 IE/h = ca. 17 ml/h bei 5.000 IE/5 ml).
Perfusor vorbereiten: 25.000 IE UFH in 50 ml NaCl (= 500 IE/ml) → Start bei 2,7 ml/h für 1.350 IE/h.
aPTT nach 6 h kontrollieren! Ziel 60–80 sec. Blutungszeichen beobachten (Hämatome, Hämaturie).
🩺 Klinisches Bild
Patient unter Diuretika oder mit Durchfall. Labor: Kalium ~2,8 mmol/l. Im EKG können Extrasystolen, U-Wellen oder QT-Verlängerung auftreten.
Kaliumchlorid KCl — oral
20 – 40 mmol p.o.
oral (Brausetabletten / Kalinor)
Oral ist die sicherste Methode wenn Patient schlucken kann. Bevorzugen!
Kaliumchlorid KCl — i.v.
max. 20 mmol/h — verdünnt in 500–1000 ml VEL
i.v. Infusion langsam
⚠️ GOLDENE REGEL: Kalium i.v. pur TÖTET (Herzstillstand)! Immer verdünnen in Sterofundin, max. 20 mmol/h — niemals als Bolus!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Oral (1. Wahl wenn möglich): Kalinor Brausetabletten → 2 Tabletten = 40 mmol K⁺ → in Wasser auflösen, trinken lassen. Sicher und einfach.
Kalium i.v. (wenn oral nicht möglich): KCl-Ampulle 7,45% = 1 mmol/ml (10 ml = 10 mmol) → für 20 mmol = 20 ml KCl in 500 ml Sterofundin/VEL mischen → Infusion über mind. 1h laufen lassen.
NIEMALS KCl unverdünnt i.v.! NIEMALS schneller als 20 mmol/h! Immer EKG-Monitor bei i.v. Gabe!
Monitoren: K⁺ nach 4–6 h kontrollieren, EKG auf U-Wellen / QT-Verlängerung, Urinproduktion (schlechte Niere = langsamere Gabe).
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🌬️
Akute Exazerbation COPD
COPDGiemenSpO₂ ↓
🩺 Klinisches Bild
Giemen + Brummen, Raucheranamnese, SpO₂ 85%. Cave: Abgrenzung zum kardialen Lungenödem (kein Rasseln, kein Herzgeräusch, Raucheranamnese).
Salbutamol + Ipratropiumbromid Atrovent
Inhalation per Maske (Vernebler)
inhalativ mit O₂
Kombipräparate als Fertigampulle in die Vernebler-Maschine
Prednisolon
50 mg i.v. oder p.o.
i.v. / p.o.
ACHTUNG O₂ bei COPD: Ziel SpO₂ 88–92%, NICHT 100%! Zu viel O₂ hebt den Atemantrieb auf (hypoxischer Atemantrieb)!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
O₂ bei COPD: Ziel SpO₂ 88–92%! Nasensonde 1–2 L/min beginnen. NICHT Maske mit hohem Flow!
Salbutamol + Ipratropium (Atrovent) inhalativ: Fertigampulle (z.B. Combivent resp.) in Vernebler-Maschine (PariNeb) geben. Sauerstoff-getrieben (6–8 L O₂) über Atemmaske inhalieren lassen. Dauer ca. 10–15 min.
Prednisolon 50 mg i.v.: Trockensubstanz-Amp → in mitgeliefertem Wasser lösen → als Bolus i.v. oder p.o. wenn möglich.
Monitoren: SpO₂ kontinuierlich, Atemfrequenz, Blutgasanalyse (BGA) nach 30 min, auf CO₂-Retention achten (pCO₂ >50 mmHg → NIV-Einleitung!)
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💓
Supraventrikuläre Tachykardie (SVT / AVNRT)
HF 180–200/minschmale QRShämodynamisch stabil
🩺 Klinisches Bild
Junger Patient, plötzliches Herzrasen (paroxysmal), HF 180–200/min, reguläre schmale QRS, keine P-Wellen. RR noch ok (stabil).
1. Schritt: Vagusmanöver
Patient soll in 20-ml-Spritze blasen (Valsalva-Manöver). Oft reicht das allein für Konversion zum Sinusrhythmus!
2. Schritt: Medikament
Adenosin Adrekar
6 mg i.v. schneller Bolus
i.v. + sofort 20 ml NaCl-Flush + Arm heben!
HWZ <10 Sekunden → schnellstmöglich injizieren, sofort Flush, Arm hoch! Patient vorwarnen: kurzes Todesangst-Gefühl (Asystoliegefühl) ist normal und vergeht sofort!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Vagusmanöver zuerst: 20-ml-Spritze aufziehen → Patient bläst so stark er kann → hält 15 sec an → dann sofort Beine hochlagern (Modified Valsalva). 50% Erfolgsrate!
Adenosin (Adrekar) aufziehen: Ampulle 6 mg/2 ml (= 3 mg/ml) → 2 ml = 6 mg in eine 2-ml-Spritze. Zweite Spritze: 20 ml NaCl 0,9% bereithalten.
Adenosin injizieren: Zugang so proximal wie möglich (antekubital). Adenosin als schnellstmöglichen Bolus → sofort 20 ml NaCl-Flush → Arm hochhalten. EKG läuft durch!
Patient VORHER aufklären: "Sie werden kurz Herzrasen und Angstgefühl spüren — das geht nach 10–20 Sekunden weg!" Bei Asthma/COPD: Adenosin kontraindiziert!
Monitoren: EKG-Streifen laufen lassen → Rhythmusumwandlung dokumentieren. Kein Ansprechen → 12 mg Adenosin (= 4 ml) als 2. Dosis.
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🩸
Akute Gastrointestinale Blutung
HämatemesisTeerstuhlunter Antikoagulation
🩺 Klinisches Bild
Patient unter Blutverdünner (ASS, Eliquis, Xarelto, Clopidogrel). Bluterbrechen (Hämatemesis) oder schwarzer Teerstuhl (Meläna), Hb ↓.
Antikoagulation absetzen
sofort stoppen
alle Blutverdünner pausieren
Pantoprazol Pantozol
80 mg Bolus → dann 8 mg/h Perfusor
i.v.
PPI ↑ pH im Magen → Blutgerinnsel bleibt stabil
Volumen Sterofundin / VEL
Druckinfusion bei RR-Abfall
i.v. großlumiger Zugang
→ Überweisung zur ÖGD (Gastroskopie) zur Blutstillung
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Antikoagulation sofort stoppen: alle Blutverdünner in Kurve vermerken + pausieren!
Pantoprazol (Pantozol) 80 mg Bolus: Trockensubstanz-Amp → in 10 ml Wasser für Injektion lösen → als Bolus i.v. Dann Perfusor: 8 mg/h (40 mg Pantoprazol in 50 ml NaCl = 0,8 mg/ml → 10 ml/h).
Bevorzugt — wirkt gut, macht keinen Schlaf, kein wesentlicher RR-Abfall. Mittel der Wahl im Alltag.
Metoclopramid MCP
10 mg i.v.
i.v.
Nicht bei jungen Frauen und Jugendlichen! Risiko für extrapyramidale Störungen (Gesichtskrämpfe, Trismus)!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Ondansetron (Zofran) — Mittel der Wahl: Amp 4 mg/2 ml (= 2 mg/ml) → 2 ml = 4 mg unverdünnt oder in 10 ml NaCl → langsam i.v. Kein Schlafen, kein RR-Abfall.
Dimenhydrinat (Vomex) alternativ: Amp 62 mg/10 ml → in 50 ml NaCl → Kurzinfusion über 15–20 min. Macht müde! Patient muss liegen bleiben.
MCP (Metoclopramid): bei jungen Frauen/Jugendlichen vermeiden! Extrapyramidale Störungen möglich. Im Zweifel lieber Ondansetron.
Monitoren: RR nach Vomex, Sturzgefahr bei Sedierung. Ursache der Übelkeit klären!
Ziel: 1) Herz schützen (Membranstabilisierung) → 2) Kalium in die Zellen verschieben → 3) Kalium ausscheiden
Calciumgluconat 10%
10 ml (1 Ampulle) langsam i.v.
i.v. über 2–3 min
Senkt Kalium nicht — schützt aber das Herz durch Membranstabilisierung. Immer als erstes!
Glucose-Insulin-Infusion
10 IE Altinsulin in 50 ml G40% i.v.
i.v. Infusion
Forciert Kalium in die Zellen (intrazellulärer Shift). BZ engmaschig kontrollieren!
Salbutamol
Inhalativ
inhalativ
Unterstützt ebenfalls den Kalium-Shift in die Zellen
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Schritt 1 — Membranstabilisierung (SOFORT): Calciumgluconat 10% Amp 10 ml = 2,25 mmol Ca → unverdünnt langsam i.v. über 2–3 min. Schützt Herz, senkt K⁺ nicht! Wirkt in 3 min.
Schritt 2 — K⁺ in Zellen verschieben: Altinsulin 10 IE + 50 ml G40% → i.v. Infusion. Parallel Salbutamol zur Inhalation geben (4–8 Hübe Inhalator).
BZ vor und alle 30 min nach Insulin-Gabe messen! Hypoglykämie-Risiko. G40 bereithalten.
Schritt 3 — K⁺ ausscheiden: Furosemid i.v. wenn Niere noch funktioniert. Dialyse-Indikation diskutieren (Oberarzt!).
Monitoren: EKG-Monitor kontinuierlich (Kammerflimmern droht!), K⁺-Kontrolle nach 1–2 h, BZ alle 30 min.
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📉
Kardiogener Schock
RR <90 mmHgOliguriekalt & blass
🩺 Klinisches Bild
Großer Infarkt oder terminale Herzinsuffizienz. Patient kalt, blass, kaum Urinproduktion, RR systolisch <90 mmHg trotz Volumengabe.
Norepinephrin Arterenol / Noradrenalin
Perfusor ab 0,1 µg/kg/min
i.v. Perfusor, titrieren
Idealer Weg: ZVK (Zentralvenenkatheter) — bei peripherer Gabe: Nekrose-Risiko bei Paravasation! Im Notfall: großer peripherer Zugang temporär.
Dobutamin
Perfusor — titriert
i.v. Perfusor
Positiv inotrop → verbessert Pumpfunktion wenn Herz versagt. Kombiniert mit Norepinephrin bei kardiogenem Schock.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Norepinephrin (Arterenol) Perfusor:4 mg Arterenol (4 Amp à 1 mg/ml) in 46 ml NaCl = 50 ml gesamt (= 0,08 mg/ml = 80 µg/ml). Start: 0,1 µg/kg/min → für 80 kg = ca. 6 ml/h. Titrieren bis RR systolisch ≥90 mmHg.
Norepinephrin über ZVK (zentralvenösen Katheter) — peripherer PVK nur temporär im Notfall! Nekrosen bei Paravasat!
Dobutamin Perfusor (bei Herzversagen):250 mg Dobutamin in 50 ml NaCl (= 5 mg/ml) → Start 2 µg/kg/min = für 80 kg ca. 2 ml/h. Titrieren nach Klinik.
Dobutamin erhöht Herzfrequenz! Bei Tachykardie >120/min → Dosis reduzieren.
Ziel: Sepsis-Bundle in Stunde 1 — "Hit hard and early"
Blutkulturen (BKs)
2 Pärchen (= 4 Flaschen: aerob + anaerob)
von verschiedenen Stellen
IMMER vor Antibiose! Blutkulturen zuerst → dann sofort Antibiotikum. Keine Sekunde verzögern!
Piperacillin/Tazobactam Tazobac
4,5 g i.v.
Kurzinfusion über 30 min
Breitspektrum-Antibiose — innerhalb von 1h nach Sepsisdiagnose!
Volumen Sterofundin / VEL
30 ml/kg KG als Druckinfusion
i.v. schnell
Bei septischem Schock → RR anheben. Cave: HFrEF!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Blutkulturen ZUERST — bevor jede Antibiose! 2 Pärchen (4 Flaschen: aerob + anaerob) von 2 verschiedenen Punktionsstellen.
Piperacillin/Tazobactam (Tazobac) 4,5 g: Pulver-Fl → in 100 ml NaCl 0,9% lösen → als Kurzinfusion über 30 min. Uhr stellen: innerhalb 1h nach Diagnose!
Volumen (Sterofundin) bei Schock: 30 ml/kg = 2.000–2.500 ml → als Druckinfusion schnell einlaufen. Cave HFrEF → langsamer und Lunge auskultieren!
Bei Schock trotz Volumen: Norepinephrin-Perfusor vorbereiten (siehe Szenario 18).
🩺 Klinisches Bild
Tonisch-klonische Krämpfe, kein Ansprechen, Zungenbiss, Schaum. Kein Löffel in den Mund! Seitenlage, Uhr laufen lassen.
Lorazepam Tavor
2 – 4 mg i.v. langsam
i.v.
1. Wahl wenn PVK zugänglich
Midazolam Dormicum
5 – 10 mg
i.m. oder intranasal (MAD)
Wenn kein i.v. Zugang möglich (Patient krampft stark) → intranasal per MAD-Aufsatz oder i.m. in Oberschenkel.
Levetiracetam Keppra
1 – 2 g i.v. Kurzinfusion
i.v. über 15 min
Wenn Benzos nicht wirken → 2. Linie, Oberarzt informieren
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Seitenlage, Uhr starten, Atemweg freihalten. Kein Löffel in den Mund! Kein Festhalten!
Lorazepam (Tavor) i.v.: Amp 2 mg/ml (1 ml) → 2–4 mg = 1–2 ml langsam i.v. über 1–2 min. 1. Wahl wenn PVK vorhanden. BtM-pflichtig!
Midazolam (Dormicum) ohne i.v.-Zugang: Amp 5 mg/ml → 5–10 mg = 1–2 ml → i.m. in Oberschenkel ODER intranasal per MAD-Aufsatz. Wirkt auch so zuverlässig!
Levetiracetam (Keppra) 2. Linie:500 mg/5 ml Konzentrat → 1–2 g in 100 ml NaCl → Kurzinfusion über 15 min. Oberarzt informieren!
Alle Benzos → Atemdepression-Risiko! Sauerstoff bereithalten, Ambu-Beutel ans Bett. Sauerstoff-Sättigung monitoren.
3 Pärchen (= 6 Flaschen) von verschiedenen Stellen
vor jeder Antibiose
3 Pärchen (= 6 Flaschen) von 3 verschiedenen Venenpunktionen — zwingend vor dem ersten Antibiotikum!
Empirische Antibiose
Ampicillin/Sulbactam + Gentamicin i.v.
i.v. — nach BKs, Oberarzt-Entscheidung
Dauer: 4–6 Wochen parenteral! → TEE zur Vegetationssuche dringend veranlassen.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
Blutkulturen ZUERST — zwingend 3 Pärchen (6 Flaschen) von 3 verschiedenen Punktionsstellen, bevor jede Antibiose!
Punktion korrekt: Hautdesinfektion 2 min einwirken lassen, Gummistopfen desinfizieren. Je 10 ml Blut in aerobe und anaerobe Flasche. Beschriften mit Uhrzeit + Entnahmeort.
Antibiose erst nach BKs: Ampicillin/Sulbactam (Unacid) 3 g in 100 ml NaCl → Kurzinfusion über 30 min. + Gentamicin 3–5 mg/kg in 100 ml NaCl über 30 min.
Gentamicin: Nierenfunktion prüfen! Talspiegel kontrollieren. Nicht bei Niereninsuffizienz ohne Spiegelkontrolle.
TEE (transösophageales Echo) dringend anmelden für Vegetationssuche. Duke-Kriterien dokumentieren. Oberarzt/Infektiologie einbeziehen.
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💧
KM-Nephropathie Prophylaxe (vor HKL / CT-Angio)
CIN-ProphylaxeeGFR <30vor Katheter
🩺 Klinisches Bild
ACS-Patient mit Koronarangiographie-Indikation, aber Kreatinin erhöht (z.B. 2,0 mg/dl) und eGFR <30 ml/min. Kontrastmittel kann Nieren weiter schädigen.
NaCl 0,9% — Hydratation
1 ml/kg KG/h (z.B. 80 ml/h)
i.v. Infusion
Beginnen: 12 h vor dem Eingriff — weiter: 12 h danach
Achtung bei HFrEF! Patient engmaschig auf Lungenödem überwachen.
Metformin pausieren
48 h vor bis 48 h nach dem Eingriff
Tabletten pausieren
Bei Kontrastmittelgabe + Niereninsuffizienz: Laktatazidose-Risiko unter Metformin. 48h vor/nach pausieren!