🏠 Startseite 📡 Echo-Kurs 📈 EKG-Tachykardien 🚨 Notfallmedikamente ✏️ Meine Notizen
01
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Akute Linksherzinsuffizienz & Lungenödem
Lungenödem Dyspnoe Hypertonie
🩺 Klinisches Bild Schwere Dyspnoe, Orthopnoe, Rasseln (Stethoskop), RR ↑ (z.B. 200/110 mmHg). Patient liegt nicht — Lungenödem durch kardialen Rückstau.
Ziel: Vorlast & Nachlast senken — Wasser aus der Lunge herausziehen
Medikamente
Sauerstoff (O₂) Supplementation
4 – 8 L/min
Ziel: SpO₂ > 90 %
Glyceroltrinitrat Nitrospray
1 – 2 Hub s.l.
sublingual
Nur wenn systolischer RR > 110 mmHg — sonst kontraindiziert!
Furosemid Lasix
20 – 40 mg i.v. Bolus
i.v.
Diurese → Wasserentzug aus dem Lungenkreislauf
Urapidil Ebrantil
12,5 mg i.v. fraktioniert
i.v. langsam
Fraktioniert geben: erst 12,5 mg, Monitor beobachten, dann weitere 12,5 mg wenn RR nicht abfällt.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. O₂ sofort → Maske 4–8 L/min, SpO₂ ans Monitoring anschließen.
  2. Nitrospray (kein Aufziehen nötig) → 1–2 Hub sublingual. Vorher RR messen! Systolisch >110 mmHg notwendig.
  3. Furosemid (Lasix): Ampulle 10 mg/ml (Standard 2 ml = 20 mg oder 4 ml = 40 mg) → unverdünnt, als Bolus i.v. über 1–2 min.
  4. Urapidil (Ebrantil): Ampulle 25 mg/5 ml (= 5 mg/ml) → 12,5 mg = 2,5 ml unverdünnt, sehr langsam i.v. → 5 min Pause → RR messen → ggf. wiederholen.
  5. Monitoren: RR alle 3 min, SpO₂ kontinuierlich, Atemfrequenz, Re-Auskultation nach 15 min. Urinmenge notieren!
02
💔
Akutes Koronarsyndrom (ACS) — STEMI / NSTEMI
STEMI NSTEMI Thoraxschmerz
🩺 Klinisches Bild Retrosternaler Druck/Schmerz ("Stein auf der Brust"), Ausstrahlung in linken Arm oder Kiefer, kaltschweißig, Angst. Vegetative Begleitsymptome typisch.
Ziel: Thrombus-Wachstum stoppen (Antikoagulation) + Schmerzreduktion (Sympathikotonus ↓ → O₂-Bedarf ↓)
Medikamente (MONA-Schema)
Acetylsalicylsäure ASS / Aspirin — Ladedosis
250 mg i.v. oder 300 mg p.o.
i.v. / p.o.
Unfraktioniertes Heparin UFH
5 000 IE i.v. Bolus
i.v.
Antikoagulation — verhindert weitere Thrombusausdehnung
Morphin
2 – 3 mg i.v.
i.v. langsam
Nur bei starken Schmerzen — reduziert Sympathikotonus
Metoclopramid MCP oder Vomex
10 mg i.v.
i.v.
Immer zusammen mit Morphin geben — Antiemese verhindert Erbrechen + vagale Reaktion.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. ASS 250 mg i.v.: Pulver-Amp (500 mg/Fl) + beigefügtes Wasser → 5 ml Lösung → 2,5 ml = 250 mg langsam i.v. Alternativ: Aspirin 300 mg Tablette zerkauen lassen.
  2. UFH (Heparin) 5.000 IE: Standard-Amp 5.000 IE/ml1 ml unverdünnt als schnellen Bolus i.v.
  3. Morphin 2–3 mg i.v.: Ampulle 10 mg/ml → auf 10 ml mit NaCl aufziehen (= 1 mg/ml) → 2–3 ml langsam i.v. BtM-Protokoll ausfüllen!
  4. MCP (Metoclopramid) 10 mg i.v.: Ampulle 10 mg/2 ml → unverdünnt oder in 10 ml NaCl, langsam i.v. Immer zeitgleich mit Morphin!
  5. STEMI → sofort 12-Kanal-EKG + Oberarzt anrufen: "STEMI – Kath-Labor aktivieren!"
  6. Monitoren: EKG-Monitor, SpO₂, RR, i.v.-Zugang kalibrieren. Patient nüchtern halten!
03
Tachyarrhythmia absoluta (TAA) bei Vorhofflimmern
VHF HF >120/min hämodynamisch stabil
🩺 Klinisches Bild Palpitationen, HF ~150/min im EKG, unregelmäßige R-R-Intervalle, keine P-Wellen erkennbar. Patient hämodynamisch stabil (RR ausreichend).
Ziel: Frequenzkontrolle (HF auf 80–100/min bringen)
1. Wahl — keine HFrEF
Metoprololtartrat Beloc
2,5 – 5 mg i.v.
i.v. langsam
Monitor & RR engmaschig kontrollieren während der Injektion
Bei HFrEF / Herzinsuffizienz → Metoprolol kontraindiziert!
Amiodaron Cordarex
300 mg als Kurzinfusion
i.v. über 20–30 min
NUR in Glucose 5% (250 ml) mischen — NIEMALS in NaCl 0,9%! Ausfällung möglich.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Metoprolol (Beloc) i.v.: Ampulle 5 mg/5 ml (= 1 mg/ml)2,5–5 ml = 2,5–5 mg unverdünnt, sehr langsam i.v. (über 3–5 min). HF + RR dabei laufend am Monitor überwachen.
  2. Amiodaron (Cordarex) bei HFrEF: Ampulle 150 mg/3 ml2 Ampullen (= 300 mg) in 250 ml G5% (NICHT NaCl!) → als Kurzinfusion über 20–30 min laufen lassen.
  3. Amiodaron NIE in NaCl 0,9% → Ausfällung! Nur G5%!
  4. Monitoren: EKG-Monitor (HF-Ziel 80–100/min), RR alle 5 min, auf Hypotonie achten. 12-Kanal-EKG nach Therapie dokumentieren.
04
🔴
Hypertensive Entgleisung (ohne Lungenödem)
RR >220/120 Kopfschmerzen
🩺 Klinisches Bild RR ~220/120 mmHg, Kopfschmerzen — aber keine neurologischen Ausfälle (Sprache und Motorik intakt → kein Stroke!), kein Lungenödem.
Ziel: RR langsam senken (nicht zu schnell → Ischämie-Risiko!)
Urapidil Ebrantil
12,5 – 25 mg i.v.
i.v. fraktioniert
5 Minuten warten → RR kontrollieren → ggf. wiederholen
Clonidin Catapresan
0,075 mg (= ½ Ampulle)
i.v. oder s.c.
Gut bei stressbedingter Hypertonie — macht müde & sediert. Patient muss danach liegen bleiben!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Urapidil (Ebrantil) aufziehen: Ampulle 25 mg/5 ml (= 5 mg/ml)12,5 mg = 2,5 ml unverdünnt, langsam i.v. → 5 min warten → RR messen → bei Bedarf weitere 2,5 ml.
  2. Clonidin (Catapresan) alternativ: Ampulle 0,15 mg/ml (1 ml) → halbe Ampulle = 0,075 mg = 0,5 ml, auf 5 ml NaCl aufziehen, langsam i.v. oder s.c.
  3. Ziel: RR in 1–2 h um max. 25% senken. Nicht zu schnell → Schlaganfall-Risiko!
  4. Monitoren: RR alle 5 min, Neurologischer Status prüfen (Sprache, Motorik). Patient liegend lassen nach Clonidin!
05
💊
Akutes Schmerzmanagement (Thoraxschmerz unklar / Koliken)
Analgesie nicht-kardialer Schmerz
🩺 Klinisches Bild Schmerz lageabhängig oder atemabhängig (→ kein ACS-Verdacht), aber Patient leidet stark. Sichere Analgesie ohne Kreislaufkompromittierung.
Metamizol Novalgin
1 g in 100 ml NaCl 0,9%
Kurzinfusion über 15 min
Immer als Kurzinfusion über 15 min (nicht als Bolus!) → verhindert Blutdruckabfall.
Piritramid Dipidolor
3 – 7,5 mg i.v.
i.v. langsam
2. Wahl wenn Novalgin nicht ausreicht. Immer mit etwas NaCl verdünnen oder sehr langsam spritzen.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Metamizol (Novalgin) aufziehen: Ampulle 500 mg/ml (2 ml = 1 g)2 ml in 100 ml NaCl 0,9% → Kurzinfusion über 15 min. NIEMALS als Bolus!
  2. Piritramid (Dipidolor) bei Bedarf: Ampulle 15 mg/2 ml (= 7,5 mg/ml) → für 3 mg = 0,4 ml auf 5 ml NaCl aufziehen → sehr langsam i.v. BtM-Protokoll!
  3. Piritramid = Opioid (BtM-pflichtig) → Antagonist Naloxon (Narcanti) bereithalten.
  4. Monitoren: RR + SpO₂ bei Novalgin-Infusion, Schmerzskala (NRS) vor und 20 min nach Gabe. Bei Piritramid: Atemfrequenz + SpO₂ engmaschig!
06
🐝
Anaphylaxie / Allergische Reaktion
Anaphylaxie Adrenalin i.m.
🩺 Klinisches Bild Juckreiz, Erythem, Quaddeln nach Insektenstich oder Medikament. Ggf. Halsschwellung, Atemnot, Blutdruckabfall → Schock.
Ziel: Allergische Reaktion stoppen und Kreislauf sichern
Dimetinden Fenistil oder Clemastin Tavegil
1 Ampulle i.v.
i.v.
H₁-Antihistaminikum — Basistherapie
Prednisolon
250 mg i.v. Bolus
i.v.
Kortison — wirkt verzögert (ca. 1 h), verhindert Spätreaktion (Biphasic reaction)
Adrenalin Suprarenin
0,5 mg i.m.
i.m. anterolateral Oberschenkel
Nur bei Atemnot oder Schock! In den anterolateralen Oberschenkel (mittleres Drittel). Kein i.v. Adrenalin ohne Monitor!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Dimetinden (Fenistil) i.v.: Ampulle 1 mg/ml (4 ml = 4 mg) → 4 ml unverdünnt oder in 10 ml NaCl, langsam i.v. Alternativ Clemastin (Tavegil) 1 Amp.
  2. Prednisolon 250 mg i.v.: Trockensubstanz-Ampulle → mit beigefügtem Lösungsmittel auflösen → als Bolus i.v.
  3. Adrenalin (Suprarenin) i.m. bei Schock/Atemnot: Ampulle 1 mg/ml0,5 ml = 0,5 mg mit langer Nadel (mind. 25 mm) in den anterolateralen Oberschenkel i.m.
  4. Adrenalin i.v. NUR bei Reanimation, NICHT als Erstmaßnahme bei Anaphylaxie (sonst Kammerflimmern-Risiko)!
  5. Monitoren: RR + HF kontinuierlich, SpO₂, auf Biphasic reaction achten (Symptome nach 1–8 h wieder möglich) → Patient 24 h beobachten!
07
📉
Symptomatische Bradykardie (z.B. AV-Block III)
HF <40/min Synkope Schwindel
🩺 Klinisches Bild Schwäche, Schwindel, Sehstörungen oder Synkope. HF 30–35/min im EKG, niedriger Blutdruck. AV-Block III: P-Wellen und QRS-Komplexe laufen unabhängig voneinander.
Ziel: Kreislauf stabilisieren bis Schrittmacher (Pacer) implantiert wird
Atropin
0,5 – 1 mg i.v.
i.v. alle 3–5 min
Maximaldosis: 3 mg gesamt
Beim AV-Block III wirkt Atropin oft nicht (infranodaler Block) → direkt an Adrenalin denken!
Adrenalin Suprarenin — Perfusor
2 – 10 µg/min Perfusor
i.v. Perfusor, titrieren
Dosis nach HF und RR titrieren. Bis Schrittmacher verfügbar.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Atropin aufziehen: Ampulle 0,5 mg/ml (1 ml)1 ml = 0,5 mg unverdünnt als schnellen Bolus i.v. Nach 3–5 min wiederholen. Max. 3 mg gesamt.
  2. Bei AV-Block III: Atropin wirkt oft nicht (infranodaler Block) → direkt zum Adrenalin-Perfusor!
  3. Adrenalin-Perfusor bei Atropin-Versagen: 1 mg Adrenalin (1 ml Suprarenin 1 mg/ml) in 49 ml NaCl → Perfusor, Start mit 2–5 µg/min = 6–15 ml/h. Nach HF titrieren.
  4. Sofort Oberarzt anrufen → transkutaner Schrittmacher vorbereiten. Patient defibrillierbereit halten!
  5. Monitoren: EKG-Monitor, RR alle 3 min, SpO₂, Bewusstsein. Schrittmacher-Vorbereitung parallel.
08
🚨
Reanimation — Kreislaufstillstand (ALS)
⚡ ALS ROSC VF / pVT / Asystolie / PEA
🩺 Klinisches Bild Bewusstlosigkeit, keine normale Atmung (Schnappatmung zählt!), kein Puls → CPR sofort starten. 30:2 oder kontinuierlich bei gesichertem Atemweg.
Non-schockbarer Rhythmus (Asystolie / PEA) — sofort
Adrenalin Suprarenin 1 mg
1 mg i.v. Bolus
i.v. alle 3–5 min
Bei Asystolie/PEA: direkt nach Zugang → dann alle 3–5 min wiederholen
Schockbarer Rhythmus (VF / pVT) — nach dem 3. Schock
Adrenalin Suprarenin
1 mg i.v. Bolus
i.v. nach 3. Schock
Amiodaron Cordarex
300 mg i.v. schneller Bolus
i.v. direkt nach 3. Schock
Bei Reanimation: Amiodaron als schnellen Bolus direkt i.v. (keine Kurzinfusion!) + 150 mg nach 5. Schock möglich.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. CPR sofort! 30 Kompressionen : 2 Beatmungen (oder kontinuierlich bei Tubus). Qualität: 5–6 cm tief, 100–120/min.
  2. Adrenalin (Suprarenin) 1 mg: Ampulle 1 mg/1 ml → unverdünnt als schnellen Bolus i.v. → sofort 20 ml NaCl-Flush + Arm hochhalten. Bei Asystolie/PEA: sofort nach Zugang. Bei VF/pVT: nach 3. Schock.
  3. Amiodaron (Cordarex) 300 mg bei VF: 2 Ampullen à 150 mg (3 ml) → unverdünnt als schnellen Bolus i.v. (NICHT als Kurzinfusion bei Reanimation!) → sofort 20 ml NaCl-Flush.
  4. Adrenalin alle 3–5 min wiederholen (= nach jedem 2. Zyklus). 4H/4T nicht vergessen (Hypovolämie, Hypoxie, Hyper-/Hypokaliämie, Hypothermie, Thrombose, Tamponade, Tension, Toxin).
  5. Monitoren: EKG-Rhythmus bei jeder Pause (max. 2 sec), etCO₂ wenn verfügbar (Ziel >10 mmHg = gute CPR). Teamrollen klar verteilen!
09
🫁
Akute Lungenarterienembolie (LAE) — hämodynamisch stabil
LAE RR >90 mmHg D-Dimere ↑
🩺 Klinisches Bild Plötzliche Atemnot, atemabhängiger Thoraxschmerz, D-Dimere erhöht, CT-Angio bestätigt Embolie. Systolischer RR >90 mmHg (noch stabil).
Ziel: Thrombus-Wachstum stoppen + rechten Ventrikel entlasten
Sauerstoff (O₂)
bei SpO₂ <90%
Maske / Nasensonde
Unfraktioniertes Heparin UFH
80 IE/kg KG Bolus → Perfusor 18 IE/kg/h
i.v.
aPTT engmaschig kontrollieren (Ziel 60–80 sec)
Instabil (RR <90 mmHg / Schock)? → Thrombolyse mit Alteplase (Actilyse) — Entscheidung durch Oberarzt! Actilyse vorbereiten.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. O₂ bei SpO₂ <90% → Nasensonde 2–4 L/min oder Maske.
  2. UFH Bolus berechnen: 80 IE/kg KG → Beispiel 75 kg = 6.000 IE. Standard-Amp 5.000 IE/ml → 6.000 IE = 1,2 ml unverdünnt i.v. als Bolus. Dann Perfusor: 18 IE/kg/h (75 kg = 1.350 IE/h = ca. 17 ml/h bei 5.000 IE/5 ml).
  3. Perfusor vorbereiten: 25.000 IE UFH in 50 ml NaCl (= 500 IE/ml) → Start bei 2,7 ml/h für 1.350 IE/h.
  4. aPTT nach 6 h kontrollieren! Ziel 60–80 sec. Blutungszeichen beobachten (Hämatome, Hämaturie).
  5. Monitoren: RR + HF + SpO₂ kontinuierlich, Rechtsherzbelastungs-Zeichen im EKG (S1Q3T3), Echo veranlassen.
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🧪
Hypokaliämie (Arrhythmie-Risiko)
K⁺ <3,5 mmol/l Diuretika
🩺 Klinisches Bild Patient unter Diuretika oder mit Durchfall. Labor: Kalium ~2,8 mmol/l. Im EKG können Extrasystolen, U-Wellen oder QT-Verlängerung auftreten.
Kaliumchlorid KCl — oral
20 – 40 mmol p.o.
oral (Brausetabletten / Kalinor)
Oral ist die sicherste Methode wenn Patient schlucken kann. Bevorzugen!
Kaliumchlorid KCl — i.v.
max. 20 mmol/h — verdünnt in 500–1000 ml VEL
i.v. Infusion langsam
⚠️ GOLDENE REGEL: Kalium i.v. pur TÖTET (Herzstillstand)! Immer verdünnen in Sterofundin, max. 20 mmol/h — niemals als Bolus!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Oral (1. Wahl wenn möglich): Kalinor Brausetabletten → 2 Tabletten = 40 mmol K⁺ → in Wasser auflösen, trinken lassen. Sicher und einfach.
  2. Kalium i.v. (wenn oral nicht möglich): KCl-Ampulle 7,45% = 1 mmol/ml (10 ml = 10 mmol) → für 20 mmol = 20 ml KCl in 500 ml Sterofundin/VEL mischen → Infusion über mind. 1h laufen lassen.
  3. NIEMALS KCl unverdünnt i.v.! NIEMALS schneller als 20 mmol/h! Immer EKG-Monitor bei i.v. Gabe!
  4. Monitoren: K⁺ nach 4–6 h kontrollieren, EKG auf U-Wellen / QT-Verlängerung, Urinproduktion (schlechte Niere = langsamere Gabe).
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🌬️
Akute Exazerbation COPD
COPD Giemen SpO₂ ↓
🩺 Klinisches Bild Giemen + Brummen, Raucheranamnese, SpO₂ 85%. Cave: Abgrenzung zum kardialen Lungenödem (kein Rasseln, kein Herzgeräusch, Raucheranamnese).
Salbutamol + Ipratropiumbromid Atrovent
Inhalation per Maske (Vernebler)
inhalativ mit O₂
Kombipräparate als Fertigampulle in die Vernebler-Maschine
Prednisolon
50 mg i.v. oder p.o.
i.v. / p.o.
ACHTUNG O₂ bei COPD: Ziel SpO₂ 88–92%, NICHT 100%! Zu viel O₂ hebt den Atemantrieb auf (hypoxischer Atemantrieb)!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. O₂ bei COPD: Ziel SpO₂ 88–92%! Nasensonde 1–2 L/min beginnen. NICHT Maske mit hohem Flow!
  2. Salbutamol + Ipratropium (Atrovent) inhalativ: Fertigampulle (z.B. Combivent resp.) in Vernebler-Maschine (PariNeb) geben. Sauerstoff-getrieben (6–8 L O₂) über Atemmaske inhalieren lassen. Dauer ca. 10–15 min.
  3. Prednisolon 50 mg i.v.: Trockensubstanz-Amp → in mitgeliefertem Wasser lösen → als Bolus i.v. oder p.o. wenn möglich.
  4. SpO₂ >94% unter O₂ → O₂-Flow reduzieren! Patient einschläfern lassen = Atemantrieb-Verlust.
  5. Monitoren: SpO₂ kontinuierlich, Atemfrequenz, Blutgasanalyse (BGA) nach 30 min, auf CO₂-Retention achten (pCO₂ >50 mmHg → NIV-Einleitung!)
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💓
Supraventrikuläre Tachykardie (SVT / AVNRT)
HF 180–200/min schmale QRS hämodynamisch stabil
🩺 Klinisches Bild Junger Patient, plötzliches Herzrasen (paroxysmal), HF 180–200/min, reguläre schmale QRS, keine P-Wellen. RR noch ok (stabil).
1. Schritt: Vagusmanöver
Patient soll in 20-ml-Spritze blasen (Valsalva-Manöver). Oft reicht das allein für Konversion zum Sinusrhythmus!
2. Schritt: Medikament
Adenosin Adrekar
6 mg i.v. schneller Bolus
i.v. + sofort 20 ml NaCl-Flush + Arm heben!
HWZ <10 Sekunden → schnellstmöglich injizieren, sofort Flush, Arm hoch! Patient vorwarnen: kurzes Todesangst-Gefühl (Asystoliegefühl) ist normal und vergeht sofort!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Vagusmanöver zuerst: 20-ml-Spritze aufziehen → Patient bläst so stark er kann → hält 15 sec an → dann sofort Beine hochlagern (Modified Valsalva). 50% Erfolgsrate!
  2. Adenosin (Adrekar) aufziehen: Ampulle 6 mg/2 ml (= 3 mg/ml)2 ml = 6 mg in eine 2-ml-Spritze. Zweite Spritze: 20 ml NaCl 0,9% bereithalten.
  3. Adenosin injizieren: Zugang so proximal wie möglich (antekubital). Adenosin als schnellstmöglichen Bolus → sofort 20 ml NaCl-Flush → Arm hochhalten. EKG läuft durch!
  4. Patient VORHER aufklären: "Sie werden kurz Herzrasen und Angstgefühl spüren — das geht nach 10–20 Sekunden weg!" Bei Asthma/COPD: Adenosin kontraindiziert!
  5. Monitoren: EKG-Streifen laufen lassen → Rhythmusumwandlung dokumentieren. Kein Ansprechen → 12 mg Adenosin (= 4 ml) als 2. Dosis.
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Akute Gastrointestinale Blutung
Hämatemesis Teerstuhl unter Antikoagulation
🩺 Klinisches Bild Patient unter Blutverdünner (ASS, Eliquis, Xarelto, Clopidogrel). Bluterbrechen (Hämatemesis) oder schwarzer Teerstuhl (Meläna), Hb ↓.
Antikoagulation absetzen
sofort stoppen
alle Blutverdünner pausieren
Pantoprazol Pantozol
80 mg Bolus → dann 8 mg/h Perfusor
i.v.
PPI ↑ pH im Magen → Blutgerinnsel bleibt stabil
Volumen Sterofundin / VEL
Druckinfusion bei RR-Abfall
i.v. großlumiger Zugang
→ Überweisung zur ÖGD (Gastroskopie) zur Blutstillung
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Antikoagulation sofort stoppen: alle Blutverdünner in Kurve vermerken + pausieren!
  2. Großlumiger PVK (mind. 16 G) × 2 legen → Blutabnahme (BB, Gerinnung, Kreuzprobe!) parallel.
  3. Pantoprazol (Pantozol) 80 mg Bolus: Trockensubstanz-Amp → in 10 ml Wasser für Injektion lösen → als Bolus i.v. Dann Perfusor: 8 mg/h (40 mg Pantoprazol in 50 ml NaCl = 0,8 mg/ml → 10 ml/h).
  4. Volumen (Sterofundin) bei RR-Abfall: Druckinfusion anlegen, schnell einlaufen lassen. Kreuzprobe anfordern!
  5. Monitoren: RR + HF kontinuierlich, Hb-Kontrolle in 4–6 h, Urinmenge. Sofort Endoskopie-Dienst anrufen!
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Hypoglykämie (Unterzuckerung)
BZ <50 mg/dl Diabetes Tremor / Verwirrtheit
🩺 Klinisches Bild Diabetiker: Schwitzen, Zittern, Schwindel, Verwirrtheit bis Bewusstlosigkeit. Blutzucker <50 mg/dl. Sofort handeln → Gehirn braucht Glucose!
Glucose 40% G40
1 – 2 Ampullen (10 – 20 ml)
i.v. langsame Injektion
G40 verursacht Venennekrosen wenn es paravasiert! PVK sorgfältig aspirieren, G40 injizieren, dann mit NaCl nachspülen. BZ nach 15 min kontrollieren!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Bewusster Patient: Traubenzucker, Saft, Orangensaft oral geben → BZ nach 15 min kontrollieren. Einfach und sicher!
  2. Bewusstloser Patient → G40 i.v.: Ampulle 40% Glucose (10 ml = 4 g Glucose) → PVK aspirieren (Rückfluss kontrollieren!) → 1–2 Ampullen (10–20 ml) langsam i.v. → sofort mit 10 ml NaCl nachspülen.
  3. G40 ist hochkonzentriert → bei Paravasat sofort stoppen, NaCl-Spülung. Nekrose-Risiko! Besser über proximale Vene geben.
  4. BZ nach 15 min messen → Ziel >80 mg/dl. Falls weiterhin niedrig → 2. Ampulle G40 + dann G10%-Infusion zur Stabilisierung.
  5. Monitoren: BZ alle 15–30 min bis stabil, Ursache klären (zu viel Insulin? Mahlzeit vergessen?), Insulin-/Antidiabetika-Schema anpassen.
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Akutes Delir / Unruhe auf Station
Delir älterer Patient Nachtdienst
🩺 Klinisches Bild Älterer Patient nachts desorientiert, zieht EKG-Elektroden und PVK heraus. Sedierung ohne Atemdepression ist das Ziel.
Melperon
25 mg p.o.
oral (Saft verfügbar)
1. Wahl bei Älteren — gute Verträglichkeit, kaum RR-Abfall
Haloperidol Haldol
0,5 – 1 mg p.o. oder i.v.
p.o. / i.v.
KARDIOLOGIE-Achtung: Haldol verlängert die QTc-Zeit! Vorher EKG prüfen. Kontraindiziert bei QTc >450 ms (Torsades de pointes Risiko)!
Pipamperon Dipiperon
20 – 40 mg p.o.
p.o.
Gut zur Einschlafhilfe nachts — sedierend ohne starke Antihistaminwirkung
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Melperon 25 mg p.o.: Tabletten oder Saft (5 mg/ml → 5 ml = 25 mg). Oral wenn schluckfähig. 1. Wahl bei Älteren!
  2. Haloperidol (Haldol) bei schwererer Agitation: Amp 5 mg/ml → 0,5 mg = 0,1 ml → auf 2 ml NaCl aufziehen → langsam i.v. Immer EKG davor! QTc >450 ms = Kontraindikation.
  3. Pipamperon (Dipiperon) zur Nacht: Tropfen 40 mg/ml → 20–40 mg = 0,5–1 ml. Gut verträglich, keine starke anticholinerge Wirkung.
  4. Monitoren: Sturzrisiko! Sitzwache/Bettgitter, QTc-Kontrolle nach Haldol, Ursache klären (Infekt? Schmerz? Harnverhalt?).
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🤢
Übelkeit & Erbrechen — Antiemese
Antiemese nach Morphin Vertigo
Dimenhydrinat Vomex
50 mg in 50 ml NaCl
Kurzinfusion
Macht müde & kann RR leicht senken — Patienten darüber informieren.
Ondansetron Zofran
4 mg i.v.
i.v.
Bevorzugt — wirkt gut, macht keinen Schlaf, kein wesentlicher RR-Abfall. Mittel der Wahl im Alltag.
Metoclopramid MCP
10 mg i.v.
i.v.
Nicht bei jungen Frauen und Jugendlichen! Risiko für extrapyramidale Störungen (Gesichtskrämpfe, Trismus)!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Ondansetron (Zofran) — Mittel der Wahl: Amp 4 mg/2 ml (= 2 mg/ml)2 ml = 4 mg unverdünnt oder in 10 ml NaCl → langsam i.v. Kein Schlafen, kein RR-Abfall.
  2. Dimenhydrinat (Vomex) alternativ: Amp 62 mg/10 ml → in 50 ml NaCl → Kurzinfusion über 15–20 min. Macht müde! Patient muss liegen bleiben.
  3. MCP (Metoclopramid): bei jungen Frauen/Jugendlichen vermeiden! Extrapyramidale Störungen möglich. Im Zweifel lieber Ondansetron.
  4. Monitoren: RR nach Vomex, Sturzgefahr bei Sedierung. Ursache der Übelkeit klären!
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Schwere Hyperkaliämie — EKG-Notfall
K⁺ >6,5 mmol/l Zelt-T-Wellen Niereninsuffizienz
🩺 Klinisches Bild Patient unter Spironolacton + Ramipril + Niereninsuffizienz. Labor: K⁺ >6,5 mmol/l. EKG: zeltförmige T-Wellen, QRS-Verbreiterung, P-Wellen verschwinden → Kammerflimmern droht!
Ziel: 1) Herz schützen (Membranstabilisierung) → 2) Kalium in die Zellen verschieben → 3) Kalium ausscheiden
Calciumgluconat 10%
10 ml (1 Ampulle) langsam i.v.
i.v. über 2–3 min
Senkt Kalium nicht — schützt aber das Herz durch Membranstabilisierung. Immer als erstes!
Glucose-Insulin-Infusion
10 IE Altinsulin in 50 ml G40% i.v.
i.v. Infusion
Forciert Kalium in die Zellen (intrazellulärer Shift). BZ engmaschig kontrollieren!
Salbutamol
Inhalativ
inhalativ
Unterstützt ebenfalls den Kalium-Shift in die Zellen
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Schritt 1 — Membranstabilisierung (SOFORT): Calciumgluconat 10% Amp 10 ml = 2,25 mmol Ca → unverdünnt langsam i.v. über 2–3 min. Schützt Herz, senkt K⁺ nicht! Wirkt in 3 min.
  2. Schritt 2 — K⁺ in Zellen verschieben: Altinsulin 10 IE + 50 ml G40% → i.v. Infusion. Parallel Salbutamol zur Inhalation geben (4–8 Hübe Inhalator).
  3. BZ vor und alle 30 min nach Insulin-Gabe messen! Hypoglykämie-Risiko. G40 bereithalten.
  4. Schritt 3 — K⁺ ausscheiden: Furosemid i.v. wenn Niere noch funktioniert. Dialyse-Indikation diskutieren (Oberarzt!).
  5. Monitoren: EKG-Monitor kontinuierlich (Kammerflimmern droht!), K⁺-Kontrolle nach 1–2 h, BZ alle 30 min.
18
📉
Kardiogener Schock
RR <90 mmHg Oligurie kalt & blass
🩺 Klinisches Bild Großer Infarkt oder terminale Herzinsuffizienz. Patient kalt, blass, kaum Urinproduktion, RR systolisch <90 mmHg trotz Volumengabe.
Norepinephrin Arterenol / Noradrenalin
Perfusor ab 0,1 µg/kg/min
i.v. Perfusor, titrieren
Idealer Weg: ZVK (Zentralvenenkatheter) — bei peripherer Gabe: Nekrose-Risiko bei Paravasation! Im Notfall: großer peripherer Zugang temporär.
Dobutamin
Perfusor — titriert
i.v. Perfusor
Positiv inotrop → verbessert Pumpfunktion wenn Herz versagt. Kombiniert mit Norepinephrin bei kardiogenem Schock.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Norepinephrin (Arterenol) Perfusor: 4 mg Arterenol (4 Amp à 1 mg/ml) in 46 ml NaCl = 50 ml gesamt (= 0,08 mg/ml = 80 µg/ml). Start: 0,1 µg/kg/min → für 80 kg = ca. 6 ml/h. Titrieren bis RR systolisch ≥90 mmHg.
  2. Norepinephrin über ZVK (zentralvenösen Katheter) — peripherer PVK nur temporär im Notfall! Nekrosen bei Paravasat!
  3. Dobutamin Perfusor (bei Herzversagen): 250 mg Dobutamin in 50 ml NaCl (= 5 mg/ml) → Start 2 µg/kg/min = für 80 kg ca. 2 ml/h. Titrieren nach Klinik.
  4. Dobutamin erhöht Herzfrequenz! Bei Tachykardie >120/min → Dosis reduzieren.
  5. Monitoren: Arterieller Zugang für invasive RR-Messung, Urinmenge (Ziel >0,5 ml/kg/h), Laktat, ZVD. Intensivstation-Bett organisieren!
19
🦠
Sepsis / Septischer Schock
Sepsis-Bundle 1-Stunden-Ziel Schock
🩺 Klinisches Bild Vigilanzminderung, Tachypnoe >22/min, Fieber, RR ↓. Fokus: Pneumonie oder Harnwegsinfekt. qSOFA ≥2 → Sepsis wahrscheinlich.
Ziel: Sepsis-Bundle in Stunde 1 — "Hit hard and early"
Blutkulturen (BKs)
2 Pärchen (= 4 Flaschen: aerob + anaerob)
von verschiedenen Stellen
IMMER vor Antibiose! Blutkulturen zuerst → dann sofort Antibiotikum. Keine Sekunde verzögern!
Piperacillin/Tazobactam Tazobac
4,5 g i.v.
Kurzinfusion über 30 min
Breitspektrum-Antibiose — innerhalb von 1h nach Sepsisdiagnose!
Volumen Sterofundin / VEL
30 ml/kg KG als Druckinfusion
i.v. schnell
Bei septischem Schock → RR anheben. Cave: HFrEF!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Blutkulturen ZUERST — bevor jede Antibiose! 2 Pärchen (4 Flaschen: aerob + anaerob) von 2 verschiedenen Punktionsstellen.
  2. Piperacillin/Tazobactam (Tazobac) 4,5 g: Pulver-Fl → in 100 ml NaCl 0,9% lösen → als Kurzinfusion über 30 min. Uhr stellen: innerhalb 1h nach Diagnose!
  3. Volumen (Sterofundin) bei Schock: 30 ml/kg = 2.000–2.500 ml → als Druckinfusion schnell einlaufen. Cave HFrEF → langsamer und Lunge auskultieren!
  4. Bei Schock trotz Volumen: Norepinephrin-Perfusor vorbereiten (siehe Szenario 18).
  5. Monitoren: RR + HF + Temp kontinuierlich, Laktat (Ziel <2 mmol/l nach 2h), Urinmenge >0,5 ml/kg/h, qSOFA wiederholen.
20
🧠
Akuter Krampfanfall — Status epilepticus
Status epilepticus ZNA
🩺 Klinisches Bild Tonisch-klonische Krämpfe, kein Ansprechen, Zungenbiss, Schaum. Kein Löffel in den Mund! Seitenlage, Uhr laufen lassen.
Lorazepam Tavor
2 – 4 mg i.v. langsam
i.v.
1. Wahl wenn PVK zugänglich
Midazolam Dormicum
5 – 10 mg
i.m. oder intranasal (MAD)
Wenn kein i.v. Zugang möglich (Patient krampft stark) → intranasal per MAD-Aufsatz oder i.m. in Oberschenkel.
Levetiracetam Keppra
1 – 2 g i.v. Kurzinfusion
i.v. über 15 min
Wenn Benzos nicht wirken → 2. Linie, Oberarzt informieren
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Seitenlage, Uhr starten, Atemweg freihalten. Kein Löffel in den Mund! Kein Festhalten!
  2. Lorazepam (Tavor) i.v.: Amp 2 mg/ml (1 ml)2–4 mg = 1–2 ml langsam i.v. über 1–2 min. 1. Wahl wenn PVK vorhanden. BtM-pflichtig!
  3. Midazolam (Dormicum) ohne i.v.-Zugang: Amp 5 mg/ml → 5–10 mg = 1–2 ml → i.m. in Oberschenkel ODER intranasal per MAD-Aufsatz. Wirkt auch so zuverlässig!
  4. Levetiracetam (Keppra) 2. Linie: 500 mg/5 ml Konzentrat → 1–2 g in 100 ml NaCl → Kurzinfusion über 15 min. Oberarzt informieren!
  5. Alle Benzos → Atemdepression-Risiko! Sauerstoff bereithalten, Ambu-Beutel ans Bett. Sauerstoff-Sättigung monitoren.
  6. Monitoren: Uhr laufen lassen (Status = >5 min), SpO₂, BZ messen (Hypoglykämie ausschließen!), Pupillen beurteilen.
21
🦶
Akuter Gichtanfall (Podagra)
Gicht unter Diuretika
🩺 Klinisches Bild Patient unter Torasemid (Diuretikum → Harnsäure ↑). Großzehengrundgelenk rot, geschwollen, extremer Berührungsschmerz (nicht mal das Bettlaken verträgt er).
Ibuprofen oder Diclofenac
p.o. standard Dosierung
p.o.
Nur bei gutem Kreatinin und ohne Magenulkus! Bei Niereninsuffizienz → Prednisolon bevorzugen.
Colchicin
1 mg Ladedosis, dann 0,5 mg nach 1 h
p.o.
Prednisolon
20 – 30 mg p.o. für mehrere Tage
p.o.
Sicherste Wahl bei Niereninsuffizienz wenn NSAIDs kontraindiziert.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Creatinin prüfen! Gutes Kreatinin → NSAID (Ibuprofen 400–600 mg p.o. oder Diclofenac 50 mg p.o.) mit Magenschutz (PPI).
  2. Colchicin p.o.: 1 mg als Ladedosis, nach 1 Stunde 0,5 mg. Tabletten ganz schlucken. Wirkt gut, aber Magen-Darm-Nebenwirkungen möglich (Durchfall!).
  3. Prednisolon bei Niereninsuffizienz oder NSAID-KI: 20–30 mg p.o. für 3–5 Tage. Sicher, wirksam.
  4. Keine Allopurinol-Gabe im akuten Anfall! Diuretikum (Torasemid) prüfen — macht Harnsäure ↑ → ggf. temporär pausieren nach Oberarzt-Rücksprache.
  5. Kühlen (Eispack mit Tuch) wirkt zusätzlich schmerzlindernd. Hochlagerung des Gelenks.
22
🆘
LAE — hämodynamisch instabil → Thrombolyse
RR <90 mmHg Thrombolyse Oberarzt-Entscheidung
🩺 Klinisches Bild LAE mit RR <90 mmHg (Schock) und Rechtsherzversagen. Lebensbedrohlich → Sofortlyse erforderlich.
Alteplase Actilyse
10 mg Bolus über 1–2 min → dann 90 mg über 2 h
i.v. (bei KG >65 kg)
UFH-Perfusor begleitend
während und nach Lyse
i.v. Perfusor
Lyse-Entscheidung = Oberarzt/Facharzt! Als Assistenzarzt: Actilyse vorbereiten, Zugang sichern, Patient monitoren — dann Entscheider informieren.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Oberarzt/Facharzt SOFORT anrufen: "LAE mit Schock, RR unter 90 mmHg, Lyse-Indikation?" → Entscheidung durch Facharzt!
  2. Alteplase (Actilyse) vorbereiten (parallel): Konzentrat-Fl 50 mg + Lösungsmittelflasche → auflösen. Für 10 mg Bolus = 10 ml aufziehen. Restliche 90 mg in Perfusor über 2h.
  3. UFH-Perfusor nach Lyse: Kein Heparin-Bolus während Alteplase! UFH erst nach Lyse-Ende starten.
  4. Nach Lyse: Keine Punktionen, kein ZVK-Legen für 24h! Blutungszeichen beobachten (Hämaturie, Hämoptoe, Kopfschmerz → Hirnblutung!)
  5. Monitoren: RR + HF kontinuierlich, SpO₂, EKG, Bewusstsein. Intensivbett organisieren. Reanimations-Bereitschaft!
26
🦷
Verdacht auf Infektiöse Endokarditis
Endokarditis Fieber + Herzgeräusch
🩺 Klinisches Bild Anhaltendes Fieber, Abgeschlagenheit, neues Herzgeräusch (z.B. Systolikum über Mitralklappe). CRP ↑, CRP ↑, BSG ↑. Duke-Kriterien anwenden!
Blutkulturen
3 Pärchen (= 6 Flaschen) von verschiedenen Stellen
vor jeder Antibiose
3 Pärchen (= 6 Flaschen) von 3 verschiedenen Venenpunktionen — zwingend vor dem ersten Antibiotikum!
Empirische Antibiose
Ampicillin/Sulbactam + Gentamicin i.v.
i.v. — nach BKs, Oberarzt-Entscheidung
Dauer: 4–6 Wochen parenteral! → TEE zur Vegetationssuche dringend veranlassen.
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Blutkulturen ZUERST — zwingend 3 Pärchen (6 Flaschen) von 3 verschiedenen Punktionsstellen, bevor jede Antibiose!
  2. Punktion korrekt: Hautdesinfektion 2 min einwirken lassen, Gummistopfen desinfizieren. Je 10 ml Blut in aerobe und anaerobe Flasche. Beschriften mit Uhrzeit + Entnahmeort.
  3. Antibiose erst nach BKs: Ampicillin/Sulbactam (Unacid) 3 g in 100 ml NaCl → Kurzinfusion über 30 min. + Gentamicin 3–5 mg/kg in 100 ml NaCl über 30 min.
  4. Gentamicin: Nierenfunktion prüfen! Talspiegel kontrollieren. Nicht bei Niereninsuffizienz ohne Spiegelkontrolle.
  5. TEE (transösophageales Echo) dringend anmelden für Vegetationssuche. Duke-Kriterien dokumentieren. Oberarzt/Infektiologie einbeziehen.
28
💧
KM-Nephropathie Prophylaxe (vor HKL / CT-Angio)
CIN-Prophylaxe eGFR <30 vor Katheter
🩺 Klinisches Bild ACS-Patient mit Koronarangiographie-Indikation, aber Kreatinin erhöht (z.B. 2,0 mg/dl) und eGFR <30 ml/min. Kontrastmittel kann Nieren weiter schädigen.
NaCl 0,9% — Hydratation
1 ml/kg KG/h (z.B. 80 ml/h)
i.v. Infusion
Beginnen: 12 h vor dem Eingriff — weiter: 12 h danach
Achtung bei HFrEF! Patient engmaschig auf Lungenödem überwachen.
Metformin pausieren
48 h vor bis 48 h nach dem Eingriff
Tabletten pausieren
Bei Kontrastmittelgabe + Niereninsuffizienz: Laktatazidose-Risiko unter Metformin. 48h vor/nach pausieren!
⚡ Praxis — Was mache ich in den ersten 2 Minuten?
  1. Kreatinin + eGFR prüfen. eGFR <30 ml/min = CIN-Prophylaxe obligat. eGFR <15 = Nephrologie informieren.
  2. NaCl 0,9% Infusion: 1 ml/kg KG/h → für 80 kg = 80 ml/h → ab 12h vor dem Eingriff starten → 12h danach weiterlaufen lassen. Zugang frühzeitig legen!
  3. Bei HFrEF/Herzinsuffizienz: Volumen langsam (0,5 ml/kg/h), Lunge häufig auskultieren! RR überwachen.
  4. Metformin pausieren: In der Kurve vermerken + Pflege informieren. 48h vor und 48h nach Eingriff pausieren. Laktat-Azidose-Risiko bei KM + Metformin!
  5. Kreatinin 48h nach Eingriff kontrollieren (CIN-Definition: Anstieg >0,5 mg/dl oder >25% in 48h). Ausreichende Diurese sicherstellen.
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